Preisverleihung Förderpreis Kriminalprävention

Deutscher Förderpreis Kriminalprävention für
PaC – Prävention als Chance

Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler wurde am 12.10.2007 im Rathaus in Münster der mit 50.000 Euro dotierte Deutsche Förderpreis der Stiftung Kriminalprävention vergeben.

Einer der fünf gleichrangigen Preise ging an das Programm PaC – Prävention als Chance.

PaC wurde vom Gemeinde – Unfallversicherungsverband Hannover und dem Landeskriminalamt Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Landesschulbehörde entwickelt.

Das Programm bekam die Ehrung in der Kategorie „Wissenschaftspreis“, da es wissenschaftliche Arbeit und Erkenntnisse eng mit der praktischen Umsetzung an drei Modellstandorten in Niedersachsen kombiniert.

Die Laudatio hielt Herr Prof. Manuel Eisner, der sich im Kriminologischen Institut der Universität Cambridge intensiv mit Evaluationsmöglichkeiten von Präventionsprojekten beschäftigt.

Prof. Eisner verwies in seiner Rede auf fünf Punkte, die seiner Ansicht nach in dem ausgezeichneten Programm PaC – Prävention als Chance sehr deutlich würden:

1. der entwicklungsorientierte Ansatz, d.h. dass die Prävention bereits im frühkindlichen Alter ansetze und darauf aufbauend altersgemäße Interventionen umsetze,

2. der salutogenetische Ansatz, d.h., dass der Erwerb von positiven und gesunden Entwicklungen unterstützt würde,

3. der integrative Ansatz, d.h., dass einzelne Maßnahmen nicht nebeneinander sondern sich unterstützend für einen Teil der Bevölkerung umgesetzt würden,

4. die Verbundidee, d.h., dass durch die aktive vernetzte Unterstützung von allen Gruppen in einer Kommune eine starke Partnerschaft aufgebaut würde, die den Kindern und Jugendlichen notwendige Grenzen und Orientierung geben würde,

5. die Wirkungsüberprüfung, d.h., dass wissenschaftlich überprüft werde, welche Maßnahmen wirksam und zukunftsweisend für die Umsetzung seien.

PaC wurde in Hannover/Bemerode-Kronsberg, in Buxtehude und in Bramsche/Bersenbrück erprobt und wissenschaftlich begleitet. Dort nahmen und nehmen weit über 17.000 Kinder und Jugendliche aus 44 Kindertageseinrichtungen und 40 Schulen an dem Programm teil.

Jeder Standort bildet eine Verbundstruktur aus Kindertageseinrichtungen, Grund- und weiterführenden Schulen in Kooperation mit der Jugendhilfe und der örtlichen Polizei. So können die Mädchen und Jungen von klein auf nach denselben Regeln des sozialen Miteinanders erzogen werden.

Damit dies nachhaltig gelingt, kombiniert PaC bewährte Bausteine für verschiedene Zielgruppen. Lehrkräfte lernen neues Handwerkszeug zur Konfliktbearbeitung und werden, ebenso wie Beschäftigte aus den Kindertageseinrichtungen, fortgebildet, so dass sie mit Kindern oder Jugendlichen soziale Kompetenzen trainieren können. El-tern wird ein Kurs zur Stärkung der Erziehungskompetenz angeboten. Auf dieser Basis wird sinnhafte Intervention bei Konflikten abgestimmt und im Bedarfsfall individuelle Unterstützung für benachteiligte Kinder durch die Jugendhilfe ergänzt.

Verbesserte Verbundstrukturen und einheitliches, abgestimmtes Vorgehen tragen dazu bei, Kinder und Lehrkräfte langfristig zu entlasten.